Feuerwehr als tragender Pfeiler der Sicherheit
Sicherheitspolitische Fragen stehen aktuell stark im Fokus. Oft richtet sich der Blick dabei auf Armee und Polizei. Doch Sicherheit umfasst weit mehr. Auch die Feuerwehr ist ein zentraler Teil der öffentlichen Sicherheit – im Alltag ebenso wie in ausserordentlichen Lagen. 2025 zeigt sich erneut, wie wichtig eine leistungsfähige, gut ausgebildete und zeitgemäss ausgerüstete Feuerwehr für den Schutz der Bevölkerung ist.
Sicherheit ist mehr als Militär und Polizei
Die Diskussion über Sicherheit konzentriert sich derzeit stark auf die Armee und auf polizeiliche Themen. Aus Sicht der Feuerwehr greift das zu kurz. Sicherheit bedeutet nicht nur Landesverteidigung oder Ordnungserhalt, sondern auch konkrete Hilfe im Ereignisfall. Die Feuerwehr steht täglich im Einsatz und ist für die Bevölkerung sichtbar, greifbar und verlässlich.
Gerade in Krisensituationen erwarten die Menschen, dass sie gerettet, geschützt und unter-stützt werden. Die Feuerwehr trägt wesentlich dazu bei, dieses Vertrauen in die Handlungsfähigkeit des Staates zu stärken. Sie ist deshalb nicht einfach selbstverständlich, sondern ein unverzichtbarer Teil der Sicherheitsarchitektur.
PFAS: Umweltdebatte mit Augenmass führen
Ein Thema, das die Feuerwehr auch 2025 stark beschäftigt, ist die Diskussion um PFAS-haltige Feuerlöschmittel. In der öffentlichen Debatte werden Feuerwehren dabei teilweise als Verursacher von Umweltbelastungen dargestellt. Diese Sichtweise greift zu kurz. Die Feuerwehren in der Region Basel haben ihre Hausaufgaben gemacht: PFAS-haltige Löschschäume werden nicht mehr eingesetzt.
Gleichzeitig bleibt festzuhalten, dass Brandereignisse immer eine Belastung für die Umwelt darstellen – unabhängig von einzelnen Stoffgruppen. Die Feuerwehr schützt die Umwelt durch ihre Tätigkeit fast täglich, indem sie Brände bekämpft, Schäden begrenzt und grössere Folgeschäden verhindert. Die aktuelle Entwicklung zeigt jedoch, dass das Thema PFAS die Feuerwehren auch in Zukunft politisch und fachlich begleiten wird.
Einsätze: rasch, vielseitig und vernetzt
Auch 2025 rücken die Baselbieter und Basler Feuerwehren zu jeder Tages- und Nachtzeit aus. Neben den vielen kleineren Ereignissen fordern auch mehrere besondere Einsätze die Einsatzkräfte. Dazu zählt der Brand eines Hafenkrans in Basel am 18. Mai oder das Sturmtief «Benjamin» vom 23. Oktober 2025. Auch der Grossbrand in Kaiseraugst AG beansprucht zahlreiche Einsatzmittel aus der Region Basel.
Gerade solche Ereignisse zeigen, wie wichtig die regionale und interkantonale Zusammenarbeit ist. Unterstützung funktioniert rasch, kompetent und unkompliziert. Sichtbar wird zudem, dass sich die Einsatzlandschaft verändert: Brände in Entsorgungs- und Recyclingfirmen nehmen zu. Fahrzeugbrände in Strassentunnelanlagen gehören ebenso jedes Jahr zum Einsatzspektrum. Die Feuerwehr ist damit mit immer vielfältigeren und komplexeren Szenarien konfrontiert.
Beschaffungen, Logistik und Beiträge
Damit die Feuerwehren ihre Aufgaben auch künftig wirksam erfüllen können, investiert die BGV gezielt in Fahrzeuge, Material und Logistik. Im Berichtsjahr erfolgt die Ausschreibung von fünf neuen Stützpunkt-Tanklöschfahrzeugen als Ersatzbeschaffung. Diese werden vollumfänglich in Beschaffung, Wartung sowie Betrieb und Unterhalt durch die BGV finanziert. Zusätzlich können in einer gepoolten Beschaffung fünf subventionierte Tanklöschfahrzeuge für Ortsfeuerwehren ausgeschrieben werden.
Ergänzend dazu beschafft die BGV drei Leermulden für Stützpunkte sowie einen weiteren Grosslüfter für den Standort der Stützpunkt- und Regionalfeuerwehr Birs. Gemeinsam mit der Gebäudeversicherung Zürich erfolgt zudem die Ausschreibung neuer Brandschutzbekleidung für alle Angehörigen der Feuerwehr im Baselbiet. Die enge Zusammenarbeit über Kantonsgrenzen hinweg bewährt sich auch in diesem Bereich. Diese zentrale Lösung bietet wesentliche Vorteile gegenüber Beschaffungslösungen auf kommunaler Stufe.
Ein weiterer Beitrag zur Nachwuchsförderung ist die Bekleidung der Jugendfeuerwehren. Diese wird über das Feuerwehr-Logistikzentrum Basel-Landschaft der BGV an die Angehörigen aller Jugendfeuerwehren abgegeben und vollständig durch die BGV bzw. durch die Rettung Basel-Stadt finanziert.
Die finanzielle Unterstützung bleibt substanziell: Für Wasserversorgungsanlagen werden über 210 000 Franken ausbezahlt, für Feuerwehrfahrzeuge rund 628 000 Franken. Für Beiträge, Geräte und Ausrüstungsmittel wendet die BGV insgesamt über 2,7 Millionen Franken auf. Hinzu kommt die Finanzierung der kantonalen Ausbildungskurse sowie von Beiträgen an Institutionen und Verbände.
Feuerwehr der Zukunft
Die bestehenden Strukturen der Feuerwehr haben sich bewährt, stehen jedoch zunehmend unter Druck. Steigende Fluktuation sowie höhere Kosten für Personal, Material und Ausbildung erfordern eine Weiterentwicklung. Gleichzeitig nehmen die Anforderungen durch komplexere Einsatzlagen weiter zu.
Das «À-jour-Halten» der rund 2400 Feuerwehrleute im Kanton bleibt organisatorisch und finanziell anspruchsvoll. Der Regierungsrat beschliesst deshalb die Weiterführung des Projekts «Feuerwehr der Zukunft». Breit abgestützte Arbeitsgruppen vergleichen die Konzeption 2030 der Feuerwehr Koordination Schweiz mit der Situation im Kanton Basel-Landschaft und bringen ihre Sichtweise für die Weiterentwicklung ein. Die Projektleitung liegt bei der BGV.
Aus- und Weiterbildung auf hohem Niveau
Die bikantonale Feuerwehr-Ausbildung mit Basel-Stadt verläuft 2025 erfolgreich. Besonders hervorzuheben ist die Durchführung des Kurses Offizier II in Reinach BL, der künftig jährlich für 32 Teilnehmende angeboten wird. Auch der Weiterbildungskurs für Einsatzleitende startet erfolgreich am neuen Standort in Muttenz.
Insgesamt nehmen 2236 Feuerwehrangehörige an der bikantonalen Ausbildung teil. Hochgerechnet entspricht dies 3709 Kursteilnehmertagen. Durchschnittlich leisten die 43 Angehörigen des Instruktorenkorps beider Basel rund 17 Diensttage im Jahr – zusätzlich zu ihrem Engagement als Miliz- oder Berufsfeuerwehrleute. Sie haben einen Teilzeitarbeitsvertrag mit der BGV.
Ein weiterer Meilenstein ist die erneute eduQua-Zertifizierung. Das Feuerwehr-Inspektorat darf bereits zum fünften Mal in Folge das Qualitätszertifikat entgegennehmen. Es bestätigt den hohen Standard der gesamten bikantonalen Feuerwehr-Ausbildung.
Ein zusätzlicher Entwicklungsschritt ist die Einführung des neuen Abendmoduls «Vegetationsbrand». Der Fokus liegt auf Ereignissen, wie sie in unseren Breitengraden vorkommen, sowie auf deren praktischer Bekämpfung. Damit wird die Ausbildung gezielt an die aktuellen Einsatzanforderungen angepasst. Die BGV hält in Laufen und Sissach entsprechendes Material vor.
Dank und Anerkennung
Herzlichen Dank an alle Feuerwehrleute für ihren Einsatz und ihr Engagement zugunsten der Bevölkerung beider Kantone. Ein besonderer Dank gilt auch allen Partnerinnen und Partnern sowie den Arbeitgebern der Milizfeuerwehrleute, die dieses Engagement mittragen und damit einen wichtigen Beitrag zu einer funktionierenden Sicherheitsstruktur leisten.